Mitfahrsysteme?

Einen Fremden im eigenen Auto mitzunehmen oder bei einem anderen mitzufahren ist in seiner ursprünglichsten Form als "Trampen" oder "Autostop" fast so alt wie das Automobil selbst. Mitfahrzentralen und "schwarze Bretter" machten das Mitfahren planbarer.

In manchen Regionen, z.B. auf dem "Höri" am Bodensee, wurde die Kultur des Mitfahrens durch eine Initiative wiederbelebt. Um Vertrauen aufzubauen, erfordert dieses System eine  Registrierung. Wie in einem Artikel der Zeit zu lesen, welcher sich auf die im Auftrag des Bundeskriminalamtes (BKA) erarbeitete Studie "Anhalterwesen und Anhaltergefahren
unter besonderer Berücksichtigung des "Kurztrampens" bezieht, sind die oft geäußerten Ängste, sich durch das Mitfahren einem erhöhten Risiko krimineller Übergriffe auszusetzen eher unbegründet.

Eine neuere Entwicklung ermöglichen Smartphones, die Angebot und Nachfrage in "Echtzeit" zusammenbringen können. Den größten Bekanntheitsgrad genießt in Deutschland das kommerziell betriebene System BlaBlaCarAuch der ADAC hat mit seinem Mitfahrclub ein Angebot am Start.

Im ländlichen Raum wird derzeit im Spessart das kostenfreie System flinc erprobt und dabei neben privaten Fahrten auch das ÖPNV-Angebot mit einbezogen. Der im Mobilitätsnetz Spessart verfolgte Ansatz ist dabei für den ländlichen Raum sehr vielversprechend. Damit ein solches System tatsächlich funktioniert, müssen aber viele Menschen aus einem Ort mitmachen und es häufig nutzen. Das passiert nicht von allein. Es braucht Menschen vor Ort, die andere dazu motivieren und das nötige Vertrauen aufbauen, sich in dem System anzumelden. Auch danach braucht es immer wieder neue Impulse, um die Nutzung des neuen Mitfahrsystems langsam zur Gewohnheit werden zu lassen. Für Menschen, die nicht mit moderner Kommunikationstechnologie vertraut sind, sollte an alternative Zugangsmöglichkeiten gedacht werden.