Wer auf einer Mitfahrbank sitzt, signalisiert vorbeikommenden Autofahrern, dass er von ihnen mitgenommen werden möchte. Sie stehen an Orten an denen möglichst viele Autofahrer vorbeikommen und die es andererseits ermöglichen, dort sicher zu halten und zuzusteigen. Manche Mitfahrbänke ermöglichen es durch entsprechende Signale oder Schilder den gewünschten Zielort anzuzeigen. Sie eigenen sich für Fahrten, die nicht an Termine gebunden sind. Sofern am Zielort ebenfalls eine Mitfahrbank steht, kann auch für den Rückweg eine Mitfahrgelegenheit genutzt werden. Ist der Zielort z.B. ein Nahversorger, kann eine dort platzierte Mitfahrbank das nach Hause transportieren von Einkäufen erleichtern, die sich nur schwerlich mit einem Bus, zu Fuß oder mit dem Fahrrad transportieren lassen.

Symbolischer Wert

Mitfahrbänke haben neben ihrem praktischen Nutzen einen symbolischen Wert. Sie bringen das Gespräch aufs Mitfahren. Das kann die Bereitschaft zum Mitfahren und Mitnehmen in einer Dorfgemeinschaft erhöhen und somit einen wichtigen Beitrag zur Veränderung des Mobilitätsverhaltens leisten.

Es empfiehlt sich, Mitfahrbank-Projekte auf den vorhandenen Busverkehr abzustimmen und sie in weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilitätsversorgung und des Klimaschutzes einzubeziehen. Sie sollten ansprechend, zweckmäßig und dennoch auffällig gestaltet sein.

Beispiele für Mitfahrbänke:

In der Schweiz wurde von 2002-2005 ein vielversprechender Versuch mit einem Mitfahrsystem namens Carlos unternommen, bei dem für die Fahrt bezahlt und ein Ticket gezogen werden muss. Das Fahrziel wird dann über eine elektronische Anzeige an einer Haltesäule angezeigt.  

 

Die hessischen Regionalforen verfügen über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Seit mehr als 25 Jahren setzen lokale Aktionsgruppen mit ihren Regionalmanagern in Hessen Projekte um.

Aktuelle Beispiele aus den letzten Jahren wurden für einen organisierten Know-How-Transfer zusammengetragen und in einer eigenen Publikation veröffentlicht.

 

 Zum Bericht:

Seiten 1-32

Seiten 34-38

Seiten 39-42

Seiten 44-63

Seiten 64-68

Seiten 70-79

 

 

 

 

Mitfahrsysteme?

Einen Fremden im eigenen Auto mitzunehmen oder bei einem anderen mitzufahren ist in seiner ursprünglichsten Form als "Trampen" oder "Autostop" fast so alt wie das Automobil selbst. Mitfahrzentralen und "schwarze Bretter" machten das Mitfahren planbarer.

In manchen Regionen, z.B. auf dem "Höri" am Bodensee, wurde die Kultur des Mitfahrens durch eine Initiative wiederbelebt. Um Vertrauen aufzubauen, erfordert dieses System eine  Registrierung. Wie in einem Artikel der Zeit zu lesen, welcher sich auf die im Auftrag des Bundeskriminalamtes (BKA) erarbeitete Studie "Anhalterwesen und Anhaltergefahren
unter besonderer Berücksichtigung des "Kurztrampens" bezieht, sind die oft geäußerten Ängste, sich durch das Mitfahren einem erhöhten Risiko krimineller Übergriffe auszusetzen eher unbegründet.

Eine neuere Entwicklung ermöglichen Smartphones, die Angebot und Nachfrage in "Echtzeit" zusammenbringen können. Den größten Bekanntheitsgrad genießt in Deutschland das kommerziell betriebene System BlaBlaCarAuch der ADAC hat mit seinem Mitfahrclub ein Angebot am Start.

Im ländlichen Raum wird derzeit im Spessart das kostenfreie System flinc erprobt und dabei neben privaten Fahrten auch das ÖPNV-Angebot mit einbezogen. Der im Mobilitätsnetz Spessart verfolgte Ansatz ist dabei für den ländlichen Raum sehr vielversprechend. Damit ein solches System tatsächlich funktioniert, müssen aber viele Menschen aus einem Ort mitmachen und es häufig nutzen. Das passiert nicht von allein. Es braucht Menschen vor Ort, die andere dazu motivieren und das nötige Vertrauen aufbauen, sich in dem System anzumelden. Auch danach braucht es immer wieder neue Impulse, um die Nutzung des neuen Mitfahrsystems langsam zur Gewohnheit werden zu lassen. Für Menschen, die nicht mit moderner Kommunikationstechnologie vertraut sind, sollte an alternative Zugangsmöglichkeiten gedacht werden.